Sonntag, 19. Februar 2017

Zendoodle - Blumen und Blüten mit Aquarellkreiden


Blumen, Zeichnen, Farbe.

 
 
Hurra! Meine Lieblingsthemen.
 

Da ich gerne Blüten in schönen Farbübergängen in meine Zendoodles einfüge, erkläre ich mittels Fotos und einem Video (siehe Link unten), wie ich diese Blüte mit Aquarellkreiden und dem Koi Blender Pen zeichne. Blumen und Blüten aller Art sind immer tolle Zierde für jedes Zendoodle.
 

Vielleicht ging es euch in der Vergangenheit ja ähnlich wie mir. Ich musste damals vor einigen Jahren die neuartigen Aquarellkreiden unbedingt haben und wusste lange Zeit eigentlich nicht recht, was ich damit anfangen soll. Aber diese kleinen Pigmentwunder können viel mehr als man denkt!

Meine Blüte ist davon nur der Anfang!



 

Hier kommt die Materialliste:

Aquarellpapier 300 gr. satiniert

Koi Blender Pen (derzeit bei Gerstaecker erhältlich - für diese Werbung bekomme ich übrigens keinen Cent, wollte euch aber die Suche nach dem Blender Pen nicht unnötig erschweren. Außerdem finde ich ihn bei Amazon teils recht teuer. Ich bestelle ihn 10er-Packs, weil er so vielseitig ist und die Pinselspitze nicht endlos lang ihre Form behält)

Aquarellkreiden NeoColor II von Caran d’Ache:

Vermillion

Orange

Cinnamon

Aquarellkreiden Artbars von Derwent (dreieckig geformt)

Strawberry Serie Brights (leuchtend, intensiv)

Spice Serie Earth (erdig, gedeckt)

Fineliner (ich habe den Pigma Micron 0.4 in Schwarz verwendet)

Bleistift HB zum Vorzeichnen und/oder Schattieren

Papierwischer oder Tortillon

 
Essentiell für diese Technik ist der Koi Blender Pen, einer der wenigen Blender, die eine wunderbar weiche Pinselspitze haben.
 

Dieser Stift ist normalerweise als Blender für die Sakura Koi Coloring Brush Pens gedacht, die ich jedoch nicht besitze, weil sie nicht lichtecht sind. Genau wie die Tombows oder Copics, die nur zu Entwurfszwecken gedacht sind, und keine Pigmente, sondern Farbstoffe enthalten, die im Licht bis zur Unkenntlichkeit verblassen. Leider! Denn am liebsten hätte ich sie alle. Bei der Farbauswahl!
 

Aber ich habe mich vor einiger Zeit auf die Spur gemacht und genug fantastische Alternativen entdeckt, die ich in den folgenden Posts alle vorstellen werde.

 
Zurück zu den Aquarellkreiden oder –sticks.

  
Zuerst zeichne ich mir eine Blüte vor, am liebsten mit mehreren übereinander liegenden Ebenen von Blütenblättern, wegen der Tiefe und dem 3D-Effekt, den man damit erzielen kann. Dann geht es los. (Die unten liegenden Blätter folgen im zweiten Durchgang)

 
Vorzeichnung

 
 
Blender-Pen
 
 
Da Aquarellkreiden durch die Zugabe von Wasser oder Feuchtigkeit viel farbiger werden als man vermuten würde, trage ich immer relativ wenig Kreide auf der Schattenseite der Fläche auf und male normalerweise nicht bis zum Rand. Beim Vermalen mit dem Blender Pen kann ich die Fläche dann ordentlich ausarbeiten.

 
 
In diesem Fall beginne ich mit der roten Farbe im Inneren des Blütenblattes und trage anschließend nach dem Trocknen der Flächen das helle Orange auf der Außenseite des Blattes auf und vermale in der Gegenrichtung. Durch einen hellen Streifen in der Mitte bekommt das Blütenblatt ein leicht metallischen 3D-Glanz, der die Wölbung erahnen lässt

Vermaltes Blütenblatt
 

Einen glatten Verlauf erhält man, indem man auf der Schattenseite beginnt und zuerst die Farbe anlöst. Ich nenne das Aktivieren. Wenn ich merke, dass ich die aufgetragene Kreide komplett aktiviert habe, verteile ich die Farbe erst auf der Schattenseite und beginne dann den Verlauf in Richtung Licht. Bei einem Übergang in mehreren Farben verwische ich eine in die andere, säubere aber den Pen zwischen zwei Farben immer auf einem Stück Schmierpapier, da sonst kein weißer oder heller Streifen übrigbleibt, der der Blüte Schimmer und Glanz verleiht.
 

Mit der Farbmenge, die man aufträgt, muss man anfangs ein wenig herumprobieren. Ich habe bei dieser Blüte Orange-Rot und Rosa wiederholt (also 2x aufgetragen und vermalt), weil ich beim Auftrag zu vorsichtig war und mir die Farben nicht intensiv genug geleuchtet haben.

 
Oft trage ich gleich auf mehreren Flächen die Kreide auf und vermale anschließend alles nacheinander mit dem Blender.

 
Wichtig:  Säubern des Blenders auf Schmierpapier nicht vergessen. Sonst kann es böse Überraschungen geben.



 
Um auch das Innere der Blüte dreidimensional wirken zu lassen, habe ich Spice und Cinnamon ebenfalls 2x aufgetragen und vermalt. Aber beim Auftrag von ausreichend Farbe kann man sich diesen Schritt auch sparen. Probiert es einfach aus.

 
Erst am Schluss ziehe ich die Konturen mit dem Fineliner nach. Denn erstens sind nicht alle Fineliner wasserfest und wenn Schwarz die leuchtenden Farben erst verschmutzt hat, kann man das schönste Zendoodle oft nur noch entsorgen! Zweitens enthalten manche Aquarellkreiden deckende Pigmente, die die jeweilige Farbe des Fineliners überdecken würden – auch Braun, Dunkelblau oder Schwarz.

 
Um die Blüte optisch vom Papier abzuheben, habe ich zum Abschluss noch einen Schatten mit Bleistift angelegt, der mit dem Papierwischer vermalt ist.


Und hier ist das Video dazu, in dem ihr alle Schritte nachverfolgen könnt. Viel Spaß beim Zuschauen.
 
 
 

Das war’s auch schon. Ich hoffe, ich konnte euch anregen, die Aquarellkreiden, die vielleicht auch in eurer Schublade ein trostloses Dasein fristen, einer neuen glanzvollen Karriere zuzuführen. Viel Spaß beim Experimentieren!
 

Bis zum nächsten Post/Video wünsche ich euch eine kreative Zeit!
 
Eure Susanne

Samstag, 11. Februar 2017

Farbe oder Schwarz/Weiß?

Doodles und Tangles monochrom


Der Renner eines jeden guten Bildes oder jeder ansprechenden Grafik sind Farb- und Tonwertverläufe.


Unser gesamtes Umfeld besteht eigentlich aus tausenderlei Farb- oder Tonwertübergängen. Denken wir nur an vom Licht erzeugte Schatten, die nie nur aus einem Tonwert bestehen. Wirft z.B. ein sonnenbeschienener Baum einen Schatten auf eine Wiese, kann man verfolgen, wie der Stamm und der untere Teil dunklere Tonwerte auf der Wiesenfläche erzeugen, und die Intensität/Dunkelheit des Schattens in Richtung Krone abnimmt. Abhängig davon, aus welcher Richtung das Licht kommt und wie intensiv die Lichtquelle ist.
 
Mit Farbe sind die Möglichkeiten, diese Übergänge darzustellen, unendlich.


Mehr hierzu in folgenden Posts, selbstredend :-).




Verläufe/-übergänge in monochromen Techniken


Wenn wir jedoch monochrom, also nur in Schwarz/Dunkel auf weißem/hellem Untergrund arbeiten, müssen wir andere Wege nutzen, um Übergänge und Kontraste zu schaffen.
 
Auch in monochromen Techniken gibt es verschiedene Arten von Verläufen und Übergängen.
 
Zeichner haben z.B. die Möglichkeit, von hell nach dunkel oder umgekehrt zu schattieren, oder von sehr bewegten Flächen mit vielen Linien oder Strukturen zu ruhigeren Flächen überzugehen, oder auch die Kanten und Ränder von Flächen von scharf abgegrenzt zu weich fließend übergehen zu lassen.



Dünenlandschaft, Kohle auf Ingres, Entstehungsjahr 2000, © Susanne Absolon
Rot: Heller Tonwert,
Schwarz: Dunkler Tonwert

 

Wenn wir wie im Zentangle® überwiegend monochrom arbeiten, also Flächen mit Linien (Fineliner in einer Farbe) füllen, bedeutet das bezogen auf Übergänge und Kontraste, das wir verschiedene Muster wählen können, um unser Tangle-Bild zu gestalten. Bewegtere mit ruhigeren Mustern abwechseln, Muster mit vielen eng aneinander liegenden Linien (dunkler Tonwert) gegen helle offene Linienmuster (heller Tonwert) setzen, oder auch geometrische Muster gegen weich fließende Muster absetzen.

Anhand einer einfachen Doodle-Blüte (© Susanne Absolon) ist der Unterschied zwischen "hellen" und "dunklen" Mustern gut zu erkennen:


Mittlere bis helle Muster/Tonwerte (gut zu erkennen mit halbgeschlossenen Augen)



Dichtere Linien oder ausgefüllte Muster ergeben dunklere Tonwerte


Mit den zahlreichen auf dem Markt erhältlichen Markern in verschiedensten Stärken und Strichbreiten ist es sogar möglich, Hell- und Dunkelwerte in nur einer Musterart zu erzeugen.




Um ein Muster gegen ein anderes zurücktreten zu lassen, haben wir zusätzlich die Möglichkeit zu schattieren, um damit einen 3D- bzw. Stapeleffekt zu erzeugen.


Zur Formgebung sind bei der Blüte die Linien nach innen gebogen und mit Bleistift schattiert (Pfeil Mitte),
die äußeren Blätter sind mit Markern in 2 Stufen schattiert,
das gesamte Medallion wurde außen mit Bleistift schattiert, um es vom Papier "abzuheben".
 

So viel erst einmal zu den Möglichkeiten in Schwarz/Weiß und Hell/Dunkel. Muster zum Ausprobieren sowie Anleitungen zum Schattieren findet ihr überall im Netz und in guten Büchern.

Über Kommentare und Anregungen freue ich mich und nun viel Spaß beim Zeichnen.

Eure Susanne

Freitag, 10. Februar 2017

Stifte und Marker sortieren

Ich liebe Muster und ich liebe Zeichnen.


Zendoodle ist für mich die Hochzeit von beidem, poetisch ausgedrückt.



Dieser Blog ist meiner lebenslangen Leidenschaft für Muster und Farben gewidmet, die in
 

Zendoodlecolors


ihren Ausdruck gefunden hat.


Vor Jahren hat mich das Thema Tangles und Doodles in Farbe bereits intensiv beschäftigt, als ich das Buch "Time to Tangle with Colors" von Marie Browning durchgearbeitet habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich jedoch auf dem Sektor Malerei noch einiges zu lernen und stellte das Zeichnen und Zendoodles für einige Zeit zurück.




Sortiersystem für Stifte und Marker


Als ich vor kurzem angefangen habe, alle meine
 

  • Aquarellstifte
  • Farbstifte
  • Aquarellkreiden
  • Marker (Fineliner, Aquarell-, Pump-, Tusche-, Acryl-, Gelmarker)
  • Tubenfarben
 

zusammen zu bringen und zu ordnen, um auch beim Zeichnen einen flüssigen Workflow herzustellen, war es nahe liegend, dem Zeichnen endlich wieder großen Raum in meinem Leben zu geben.

 

So bin ich wieder voll und ganz in das Thema Muster, Ornamentik, Farben und Zendoodles hineingekippt.

 

Weil ich gerne experimentiere und Mixed Media toll finde, sind im Laufe der Jahre bei mir so viele Stifte, Kreiden und Marker zusammen gekommen, dass ich keinen Überblick mehr über mein vorhandenes Material hatte.

So entstand die Idee, alles nach Farbgruppen abzusortieren.

Bei dem Sortiersystem handelt es sich um einen einfachen Aufbewahrungswagen, der z.B. im Frisörbedarf Anwendung findet, und den ich gerade wegen der Mobilität/Fahrbarkeit ausgesucht habe, um rasch zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen wechseln zu können und gleich alles Wichtige dabei zu haben.





Aufbewahrungswagen - links Stifte/Marker, rechts Tubenfarben,
oben Papier/Schablonen/gerade verwendete Stifte etc.
 
 
Anordnung in der Schublade Orange
links oben Farb- und Aquarellstifte, rechts Aquarellkreiden,
unten Aqua-, Acryl-, Pump-, Tusche-, Gelmarker und Fineliner in
Orange- und Lachstönen

 

Um restlos alle Stifte, ihre Anwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten und auch Grenzen kennen zu lernen, habe ich begonnen, mir selbst Doodles zu zeichnen und auszumalen.

Mit allen Stiften im Überblick kann ich nun jederzeit überall im Haus loszeichnen und tauche jeden Tag tiefer in die Materie von Aufbau und Weiterentwicklung der Muster, in das Zeichnen von Zengems und Zenflowers ein und entwickle dabei eine eigene Zendoodle-Sprache, die ich hier im Blog mit anderen Zendoodle-Liebhabern teilen möchte.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, freue mich über eure Kommentare und Anregungen und hoffe, euch mit meinen Posts hilfreiche und nützliche Tipps/Anregungen/Inspirationen im Bereich Farb-Zendoodles kombiniert mit Mixed Media geben zu können.


Eure Susanne